Glossar
Die Begriffe, die wir für Geodatenanalyse, Erreichbarkeit und Planung verwenden — verständlich erklärt, jeder auf einer eigenen Seite.
38 Begriffe
15-Minuten-Stadt
Ein Planungskonzept, in dem der tägliche Bedarf, von Einkauf über Kita bis Arztpraxis, in fünfzehn Minuten zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar ist.
Two-Step Floating Catchment Area (2SFCA)
Eine Erreichbarkeitsmethode, die Angebot und Nachfrage in zwei Schritten zusammenbringt. Eine Einrichtung für Tausende zählt damit anders als eine für einige Dutzend.
Aktive Mobilität
Fortbewegung aus eigener Kraft, vor allem zu Fuß und mit dem Rad, einschließlich Pedelec, Rollstuhl und Tretroller.
Area of Interest (AOI)
Das geografische Gebiet, das eine Analyse abdeckt, definiert durch eine Grenze. Alles außerhalb bleibt im Ergebnis unberücksichtigt.
Bedarfsverkehr
Öffentlicher Verkehr ohne festen Linienweg und Fahrplan. Fahrzeuge werden gebucht und nach den eingehenden Anfragen geführt.
Bodenversiegelung
Die Abdeckung von Boden mit wasserundurchlässigem Material. Ein zentraler Indikator für Hitze und Starkregenrisiko.
Choroplethenkarte
Eine Karte, die Flächen nach dem Wert einer Kennzahl einfärbt. Dunklere Farben stehen für höhere Werte, geeignet für Anteile und Dichten.
Defizitgebiet
Ein Gebiet, das formal als unterversorgt gegenüber einem festgelegten Standard gilt, etwa bei Grünflächen oder Kühlung, und damit planerisch bearbeitbar wird.
Einzugsgebiet
Der Bereich, der von einem Punkt aus innerhalb einer bestimmten Reisezeit oder Entfernung erreichbar ist, entlang des realen Netzes statt in Luftlinie.
Erreichbarkeit
Wie leicht Menschen von ihrem Standort aus erreichen, was sie brauchen. 1959 erstmals definiert als das Potenzial an Interaktionsmöglichkeiten.
Erreichbarkeitsanalyse
Sie misst, wie gut Menschen von ihrem Wohnort aus die Orte erreichen, die sie brauchen: Schulen, Arbeitsplätze, Ärzte, Einkauf, Grünflächen.
Flächennutzung
Wofür eine Fläche tatsächlich genutzt wird, etwa Wohnen, Gewerbe, Landwirtschaft oder Erholung. Grundlage der meisten planungsrechtlichen Regelungen.
Geodaten
Alle Daten mit Ortsbezug, ob als Koordinaten, Adresse oder Fläche. Damit lassen sie sich kartieren und räumlich analysieren.
Geodatenanalyse
Die Methoden, die den Ortsbezug von Daten nutzen, um Muster zu finden: was sich häuft, was nahe beieinander liegt, was erreichbar ist.
Geoinformationssystem (GIS)
Software zum Speichern, Analysieren und Kartieren von Daten mit Ortsbezug. Damit lässt sich fragen, wo etwas passiert, und nicht nur wie viel.
Geokodierung
Die Umwandlung von Adressen oder Ortsnamen in Koordinaten, damit sie kartiert und analysiert werden können. Umgekehrt liefert sie zu Koordinaten eine Adresse.
Gravitationsmodell
Eine Erreichbarkeitsmethode, bei der jedes Ziel beiträgt, nähere aber stärker gewichtet werden. Die Abnahme steuert der Parameter der Distanzabnahme.
H3-Gitter
Ein System, das die Erdoberfläche in hexagonale Zellen mehrerer Auflösungen unterteilt, um Werte flächendeckend zu berechnen und darzustellen.
Heatmap
Eine Karte, die einen berechneten Wert flächendeckend über Farbe darstellt, anstatt Symbole an einzelnen Orten zu zeigen.
Huff-Modell
Eine Methode, die die Wahrscheinlichkeit schätzt, mit der ein Ziel gegenüber konkurrierenden gewählt wird, abhängig von Attraktivität und Entfernung.
Indikator
Ein definiertes, wiederholbares Maß, mit dem eine Situation bewertet, Orte verglichen oder Fortschritte zu einem Ziel verfolgt werden.
Isochrone
Eine Linie, die alle Punkte verbindet, die von einem Ausgangspunkt in derselben Reisezeit erreichbar sind. Die Höhenlinie der Reisezeit.
Klimaanpassungsindikatoren
Kennzahlen, die beschreiben, wie stark ein Ort Hitze, Starkregen oder Dürre ausgesetzt ist und wie gut er damit umgehen kann, in planungsrelevantem Maßstab.
Konnektivität
Wie gut die Wege eines Netzes miteinander verbunden sind. Höhere Weg- und Knotendichte bedeutet höhere Konnektivität und kürzere tatsächliche Wege.
Location Intelligence
Die Nutzung des Ortsbezugs in Geschäfts- und Planungsdaten für Entscheidungen: wohin etwas gehört, wen es erreicht, was in der Nähe liegt.
Lokale Erreichbarkeit
Erreichbarkeit auf Quartiersebene, über kurze Wege und meist zu Fuß oder mit dem Rad, im Unterschied zur Erreichbarkeit einer ganzen Stadt oder Region.
Mobilitätskonzept
Ein Konzept dafür, wie Menschen ein Vorhaben oder Quartier erreichen und sich darin bewegen. Es begründet über Alternativen einen reduzierten Stellplatzbedarf.
Open-Source-GIS
GIS-Software, deren Quellcode offen verfügbar ist und frei genutzt, verändert und betrieben werden darf, etwa QGIS, PostGIS und GOAT.
ÖV-Güteklassen
Eine standardisierte Bewertung der ÖV-Anbindung eines Ortes, die Haltestellennähe und Bedienungshäufigkeit zusammenführt.
Planning Support System (PSS)
Ein digitales Werkzeug, das Planungsentscheidungen unterstützt, indem es Daten und Modelle verbindet, sodass Szenarien vor der Umsetzung geprüft werden können.
Point of Interest (POI)
Ein für eine Analyse relevanter Ort. In der Erreichbarkeitsanalyse meist eine Einrichtung des täglichen Bedarfs: Supermarkt, Schule, Arztpraxis, Apotheke.
Rasterdaten
Geodaten als Gitter von Zellen, jede mit einem Wert. Geeignet für kontinuierliche Größen wie Temperatur, Höhe oder Bodenbedeckung.
Reisezeit
Wie lange eine Fahrt zwischen zwei Orten mit einem Verkehrsmittel tatsächlich dauert, gemessen entlang des Netzes statt in Luftlinie.
Routing
Die Berechnung des besten Weges zwischen Orten über ein Verkehrsnetz, samt der Zeit oder Entfernung dieses Weges.
Stadtplanung
Die Praxis, Flächennutzung und Mobilität in Städten und Regionen zu gestalten, über Pläne, Regelungen und öffentliche Investitionen.
Standortanalyse
Die Wahl eines Standorts durch Vergleich möglicher Orte anhand der Kriterien, die zählen: wen sie erreichen und was bereits vorhanden ist.
Versorgungslücken
Gebiete oder Zeiten, in denen Menschen nicht in vertretbarer Weise erreichen, was sie brauchen, weil ein Angebot fehlt, zu weit weg ist oder zu selten verkehrt.
WebGIS
Ein GIS, das im Browser läuft. Geodaten lassen sich analysieren, kartieren und teilen, ohne Desktop-Software zu installieren.