Mobilitätskonzept
Ein Konzept dafür, wie Menschen ein Vorhaben oder Quartier erreichen und sich darin bewegen. Es begründet über Alternativen einen reduzierten Stellplatzbedarf.
Ein Mobilitätskonzept legt dar, wie Menschen einen Standort, ein Vorhaben oder ein Quartier erreichen und sich darin bewegen sollen. Es verbindet das Vorhandene, also ÖV- Anbindung sowie Fuß- und Radwege, mit dem, was geschaffen wird: Fahrradabstellanlagen, Carsharing, Lieferkonzepte, Mobilitätsbudgets.
In der deutschen Praxis ist der häufigste Anlass der Stellplatzbedarf. Kommunen setzen eine Zahl notwendiger Stellplätze je Wohneinheit fest, und ein Mobilitätskonzept ist das Instrument, diese Zahl zu senken, indem tragfähige Alternativen nachgewiesen werden. Weniger Stellplätze bedeuten geringere Baukosten und mehr nutzbare Fläche, das Konzept hat also unmittelbare wirtschaftliche Folgen. Deshalb wird es ernst genommen.
Ob es Bestand hat, entscheidet die Datengrundlage. Ein Konzept, das eine gute Anbindung behauptet, ist schwächer als eines, das sie misst: welche Angebote in Gehweite liegen, in welchem Takt, und welchen Anteil der Bewohner sie tatsächlich erreichen. Das ist eine Erreichbarkeitsanalyse, und sie macht den Unterschied zwischen einem Konzept, das die Prüfung übersteht, und einem, das wie ein Wunsch klingt.