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Defizitgebiet

Ein Gebiet, das formal als unterversorgt gegenüber einem festgelegten Standard gilt, etwa bei Grünflächen oder Kühlung, und damit planerisch bearbeitbar wird.

Ein Defizitgebiet ist ein Gebiet, das einen festgelegten Standard nicht erreicht. Der Standard ist meist ein Erreichbarkeits- oder Versorgungsschwellenwert: zu wenig Grünfläche in Reichweite, zu hohe Hitzebelastung, zu wenig Kühlung. Ist ein Schwellenwert gesetzt, lassen sich die Gebiete, die ihn verfehlen, als Polygone kartieren.

Der Sinn der Ausweisung liegt darin, dass sie aus einer Kennzahl einen Ort macht. Mit einer Zahl im Bericht lässt sich schwer arbeiten, ein Gebiet mit Grenze dagegen hat eine Adresse, einen Stadtteil, Bewohner und eine zuständige Stelle. Damit kann ein Planungsverfahren eine Maßnahme daran knüpfen, und Anwohner können es sehen.

Daraus folgt, dass der Schwellenwert die eigentliche Arbeit leistet, und der Schwellenwert ist eine Entscheidung. Wer den Standard festlegt, legt fest, welche Gebiete als defizitär gelten. Der Standard gehört deshalb zusammen mit der Karte genannt, samt seiner Quelle. Ein Defizitgebiet mit unerklärtem Schwellenwert ist eine Behauptung und kein Befund.