Bedarfsverkehr
Öffentlicher Verkehr ohne festen Linienweg und Fahrplan. Fahrzeuge werden gebucht und nach den eingehenden Anfragen geführt.
Bedarfsverkehr ist öffentlicher Verkehr ohne festen Linienweg und ohne Fahrplan. Fahrgäste buchen eine Fahrt, und Route und Abfahrt entstehen aus den Buchungen. Zur Familie gehören auch On-Demand-Verkehre sowie ältere Formen wie Rufbus und Anrufsammeltaxi.
Nötig ist er, weil feste Linien nur dort effizient sind, wo Nachfrage räumlich und zeitlich gebündelt auftritt. In ländlichen Räumen, abends, an Wochenenden und bei zerstreuter Siedlung fährt ein Linienbus entweder fast leer oder gar nicht. Flexible Bedienung schließt diese Lücken, ohne eine Linie festzuschreiben, die sich nicht füllen lässt.
Zwei Eigenschaften verändern die Planung. Haltestellen können virtuell sein, also Orte, an denen ein Fahrzeug auf Anfrage hält, ohne dass dort Infrastruktur steht. Damit erreicht ein Angebot Orte, für die sich keine physische Haltestelle rechnen würde. Und die Buchungsoptionen entscheiden darüber, wer das Angebot tatsächlich nutzen kann: ein rein app-basierter Dienst schließt gerade den Teil der Bevölkerung aus, der ihn am dringendsten braucht, weshalb die Telefonbuchung meist bleibt. Für die Analyse ist das wichtig, weil Bedarfsverkehr in einer haltestellenbasierten Erreichbarkeitsrechnung unsichtbar bleibt. Ihn auszulassen unterschätzt, was eine Region tatsächlich anbietet.