Erreichbarkeit
Wie leicht Menschen von ihrem Standort aus erreichen, was sie brauchen. 1959 erstmals definiert als das Potenzial an Interaktionsmöglichkeiten.
Erreichbarkeit beschreibt, wie leicht Menschen oder Güter von einem bestimmten Ort aus erreicht werden können, und wie leicht Menschen das erreichen, was sie brauchen. Walter Hansen definierte sie 1959 erstmals als „das Potenzial an Interaktionsmöglichkeiten“. In Planung und GIS ist damit meist die Leichtigkeit gemeint, mit der wesentliche Angebote erreichbar sind: Gesundheitsversorgung, Schulen, Einkauf, Arbeit, Grünflächen.
Sie ist eine Eigenschaft zweier Systeme gleichzeitig, und das macht sie nützlich und unhandlich. Die Flächennutzung entscheidet, wo die Ziele liegen und wie viele Menschen in ihrer Nähe wohnen. Das Verkehrssystem entscheidet, wie lange der Weg dazwischen dauert. Ändert sich eines von beiden, ändert sich die Erreichbarkeit. Eine Wohnbauentscheidung ist damit auch ohne jede Verkehrsmaßnahme eine Erreichbarkeitsentscheidung.
Erreichbarkeit lässt sich über viele verschiedene Indikatoren ausdrücken, in verschiedenen räumlichen Maßstäben und für verschiedene Verkehrsmittel. Diese Vielfalt ist keine Schwäche, sondern der Grund, warum dieselbe Idee Fragen zu einem Quartier zu Fuß und zu einer Region mit der Bahn beantworten kann. Sie bedeutet aber, dass eine Erreichbarkeitszahl ohne den zugehörigen Indikator, das Verkehrsmittel und den Schwellenwert nichts sagt.